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Kartentelefon
Matthieu Delaporte | Alexandre de la Patellière
24 | DER VORNAME
Komödie. Aus dem Französischen von Georg Holzer.
Wiederaufnahme | Freitag, 16. Dezember 2016 | 20 Uhr
Vorstellungsdauer 1 1/2 Stunden | Keine Pause

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Ein gemütlicher Abend mit marokkanischem Essen – dazu laden Literaturprofessor Pierre und seine Frau Elisabeth deren Bruder Vincent und seine schwangere Frau Anna ein, sowie den langjährigen Freund Claude, Posaunist im Rundfunkorchester. Doch mit dem entspannten Zusammensein in der sonst so liberalen Intellektuellenrunde ist es bald vorbei. Denn Vincent enthüllt den Namen des ungeborenen Kindes: Adolphe.

Natürlich mit "phe" und nicht mit "f". Doch dieser feine Unterschied interessiert bald niemanden mehr. Die Anwesenden sind entsetzt, die Toleranzgrenzen überschritten und die gepflegte Konversation läuft aus dem Ruder. Plötzlich kommen höchst unangenehme Wahrheiten ans Tageslicht und der familiäre Abend steuert auf eine Katastrophe zu.

Ein Feuerwerk aus Wortwitz und Situationskomik, das tief blicken lässt.

Alexandre de la Patellière und Matthieu Delaporte sind seit vielen Jahren erfolgreiche Drehbuchautoren. DER VORNAME ist ihr erstes Theaterstück. Die Uraufführung erfolgte am Théâtre Édouard VII in Paris und hat seitdem Kultstatus: Seit drei Jahren läuft es vor ausverkauftem Haus. 2012 kam die Verfilmung in die Kinos.

Inszenierung | Kathrin Sievers
Bühne & Kostüme | Annette Wolf

Mitwirkende | Florian Bender [Claude Gatignol] | Sven Heiß [Vincent Larchet] | Jürgen Lorenzen [Pierre Garaud] | Mara S. P. Stroot [Anna Caravati] | Marion Mainka [Elisabeth Garaud-Larchet]

Fotos © MEYERORIGINALS


PRESSESTIMMEN

Die französische Komödie "Der Vorname" bedient sich ganz gerne bei Klischees von Ehe-Konversationen und Gesellschaftshierarchie. Trotzdem kann man am Wolfgang Borchert Theater in Münster darüber lachen. Der Abend macht einfach Spaß in der Art, wie die bissigen Pointen vom fünfköpfigen Ensemble kredenzt werden - auf den Punkt. So wie das Essen, das zum heimlichen Hauptdarsteller wird. [...] Die Hausfrau fährt mit Akkord auf. Am Ende liegt die kulinarische Kunst auf dem Boden, zermatscht wie die Regeln der Konversation. [...] Den Sprengstoff liefert eine Diskussion um den politisch korrekten Gebrauch des Vornamens "Adolf". Sie entlarvt Freundschaft als Konkurrenzkampf und intellektuelle Reflexion als Getue. Dafür haben Kathrin Sievers (Regie) und Annette Wolf (Bühne und Kostüme) ein realistisches Szenario entworfen, in das sie wenige, gut dosierte Stolpersteine einbauen.

Die Schauspieler wissen, wann sie überspitzen dürfen und wann glaubwürdige Emotionalität angebracht ist. Wie Sabrina vor der Sielhorst: Die Fassade ihrer Elisabeth bröckelt erst ganz am Schluss. Und plötzlich sind ein paar scharfe Falten um ihren Mund, als sie Ehemann Pierre die Bilanz ihrer für ihn geopferten Träume um die Ohren haut. Diesem Pierre, einem Literaturprofessor, verleiht Jürgen Lorenzen gelungen enervierende Manierismen [...]. Sven Heiß agiert als Pierres Schwager und Jugendfreund Vincent. [...] Seine Lust an sinnloser Provokation hält er für rebellisch, bis er sich gegenüber dem jungen Liebhaber seiner Mutter als der größte Spießer erweist. Florian Bender als Hausfreund Claude und Mara S.P. Stroot als schwangere Frau von Vincent fallen die Rollen der elegant-beobachtenden Typen zu.
Westfälischer Anzeiger, 21.12.2013

Münsters Wolfgang Borchert Theater kombiniert in "Der Vorname" Debattierlust mit Komödienspaß.

Sven Heiß brilliert in der Rolle des gewitzten Provokateurs und hat im professoral dozierenden Jürgen Lorenzen als Pierre den perfekten Gegenspieler [...]. Während die beiden männlichen Rivalen einander [weiter] beharken, herrscht zwischen Mara S.P. Stroot mit Schnippigkeit und dem Hang zum plötzlichen Aufbrausen dargestellt, und Elisabeth eine kalte Rivalität: Sabrina vor der Sielhorst mit praktischer (!) Schürze zeichnet die Gastgeberin als äußerst patente Frau, die angesichts subtiler Erniedrigungen durch ihren Mann und ihren Bruder Vincent am liebsten explodieren würde. Zumal sie nicht fassen kann, was der so unscheinbare Orchesterposaunist Claude, den Florian Bender mit feinen Gesten porträtiert, über seine heimliche Liebe offenbart [...].

Mit den gepfefferten Dialogen des Stücks kommen auch vertraute Klischees wie nie gehört daher, die (nicht nur verbale) Zimmerschlacht unterhält prächtig. Regisseurin Kathrin Sievers setzt, der Struktur des Stückes entsprechend, nicht auf Kammerton, sondern gibt der Spiellust ihrer Akteure Raum, stiftet sie auch zu tänzerischen Elementen an und schafft mit der Musik eine Atmosphäre, die im kecken "Fronkreisch, Fronkreich" gipfelt. Macht Spaß.
Westfälische Nachrichten, 21.12.2013

Im Streit rollen die Weintrauben ins Publikum.

Nein, Hausmannskost kommt nicht auf den Tisch. Gastgeberin Elisabeth fährt eine marokkanische Spezialität nach der anderen auf. Man ist schließlich in der großen, weiten Welt zu Hause. Bis der gepflegten Intellektuellenrunde die Toleranz abhanden kommt. Das Stück "Der Vorname" [...] ist eine launige, gesellschaftskritische Komödie. Darsteller Jürgen Lorenzen spielt in der münsterschen Inszenierung den intellektuellen Pierre, der sich im Glanze seiner Wissenschaft sonnt und selbstverständlich seiner Ehefrau das Bewirten der Gäste überlässt. Ein glänzend aufgelegter Sven Heiß übernimmt in der Runde die Rolle des Immobilienmaklers Vincent und fühlt sich als Provokateur sichtlich wohl. Wohldosiert lässt Regisseurin Kathrin Sievers den Streit eskalieren, der offene Rechnungen zwischen den Anwesenden offenbart und mit zahlreichen Klischees und Intoleranz gespickt ist. [...] Am Ende steht sogar Claude, überzeugend dargestellt von Florian Bender, als Schwuler da. [...] Sabrina vor der Sielhorst ist aber der Clou der Aufführung: Ununterbrochen schleppt sie ihr marokkanisches Essen auf die Bühne.[...] Die Franzosen Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière sind die Autoren dieser Komödie, die seit ihrer Uraufführung in Paris vor drei Jahren vor permanent ausverkauftem Haus läuft.
Die Glocke, 21.12.2013