Rahmenprogramm

RUMS-Revue

Vorstellungsdauer | 1h30
Premiere |

RUMS ist ein digitales Lokalmedium, das Münster mit Recherchen, Analysen und Informationen versorgt.

Journalistisch und pointiert, aber auch unterhaltsam und überraschend schauen Anna Niere, Raphael Balke und Ralf Heimann aus der RUMS-Redaktion in der Revue auf die letzten Wochen zurück – mit Gesprächen, Gästen und Geschichten. Ein Abend über die Stadt, die Leute und Lokaljournalismus.

Die Revue findet alle drei Monate statt. Mit Interviews, Musik und vielen anderen kurzweiligen Formaten. Infos zu Themen und Gästen werden immer kurzfristig bekannt gegeben.

Ein kurzer Rückblick auf die RUMS-Revue am 30.03.2026

Mit Comedienne Lisa Feller blickte die RUMS-Redaktion humorvoll auf die letzten Wochen in Münster zurück, Konrad Haller vom Kleinen Bühnenboden und Tanja Weidner vom Wolfgang Borchert Theater sprachen über Kunst in Krisenzeiten und darüber, wie sehr Live-Momente im Theater gerade heute Menschen zusammenbringen. Ann Judith Lienemann von der Wilden Rauke erklärte, warum Gemüse politisch sein kann und wie das Miteinander schafft. Johannes Kohrs hat den Abend musikalisch begleitet.

Die nächste RUMS-Revue ist am Montag, den 06. Juli 2026 geplant.

Journalismus nicht nur lesen, sondern erleben.

Die RUMS-Revue hat am Montagabend im Wolfgang Borchert Theater ihren Einstand gefeiert und gleich klar gemacht, worum es geht: Journalismus nicht nur lesen, sondern erleben. Journalismus bekommt als neues Talk-Format in Münster eine Bühne: live und direkt. Das Wolfgang Borchert Theater ist als Kooperationspartner mit im Boot und zugleich der Gastgeber des Formates, das im Sommer mit einer nächsten Veranstaltung fortgesetzt werden soll. Der Anlass passte. RUMS feiert Geburtstag, das Medium, das sich in Münster längst einen Namen gemacht hat und bereits für seine Arbeit ausgezeichnet wurde. RUMS wird in der Stadt viel beachtet und diskutiert, es ist werbefrei, digital und wartet mit gründlichen Recherchen auf. Die Premiere war entsprechend schnell ausverkauft. Das Publikum neugierig, die Stimmung zugewandt und voller Wohlwollen. Zu Recht, denn das digitale Medium hat einiges zu bieten. Sechs Jahre RUMS, das bedeutet ganz konkret: 614 RUMS-Briefe, 123 Reportage, 306 Kolumnen, 83 Infografiken, 80 Cartoons, rund 40 Veranstaltungen und Podcasts. Das Team umfasst rund 25 Personen, darunter Redaktionsleiter Ralf Heimann und die Redakteure, Anna Niere und Raphael Balke. Hinzu kommen zahlreiche Kolumnisten wie Michael Tillmann, Anna Stern, Ruprecht Polenz, Kolja Steinrötter, Christoph Tiemann, Christian Vechtel und Michael Jung. Schade, dass sich aus diesem Kreis an diesem Abend niemand blicken ließ. Redaktionsleiter Ralf Heimann begrüßte die Gäste mit sichtlicher Freude. „Ich finde es toll, dass wir bei dieser Gelegenheit einmal unseren Lesern direkt in die Augen schauen können.“ Und zur Arbeit an dem Lokalmedium versprach er: „Wir schauen genau hin, recherchieren gründlich, fragen kritisch nach und bleiben an den Themen dran.“ Gemeinsam mit Anna Niere und Raphael Balke führte Ralf Heimann durch den Abend. Drei Talkrunden standen auf dem Programm: Politik, Kultur, Stadtleben und dazu ein intimer Blick in den Maschinenraum des Lokaljournalismus. Die Musik kam von Johannes Kohrs, der seit kurzem ebenfalls zum Team der Redaktion gehört. Zum Auftakt erlaubte sich die Redaktion einen spielerischen Seitenhieb auf Routinen im Lokaljournalismus, natürlich verbunden mit ironischer Schelte für die Kollegen der Westfälischen Nachrichten. Floskeln, Leerformeln, typische Einstiege. Das saß auch wenn der Effekt schnell verpuffte. Spannender wurde es, als RUMS Einblick in die eigene Arbeit gab. Heimann erzählte von der aufwendigen Recherche im Münsteraner Bistum. Fast ein Jahr Arbeit, in der er auf seltsame Personalangelegenheiten und Strukturprobleme stieß. „Noch interessanter als die eigentliche Antwort waren die Machtstrukturen, die wir dabei erlebt haben.“ Kaum hatten die Recherchen begonnen, flatterten bereits Briefe von Anwälten in die Redaktion. Eine Beobachtung, die hängen bleibt, weil sie zeigt, wie sehr kritischer Journalismus von Beharrlichkeit und von Unerschrockenheit lebt. „Wenn wir uns einen Fehler erlaubt hätten“, sagt Heimann, „wäre uns das teuer zu stehen gekommen.“ Bemerkenswert war die Offenheit. Die Redakteure sprachen auch über eigene Fehler, über Korrekturen, über Kritik aus der Leserschaft. Kein defensives Ausweichen, sondern ein nüchterner, ehrlicher Blick auf die eigene Arbeit. Zum Teil erzählten sie von blöden Patzern, einschließlich von Rechenfehlern. Redakteurin Anna Niere räumte ein: „Mit Zahlen habe ich es nicht so.“ In den Gesprächen mit Gästen gewann der Abend an Tempo. Comedienne Lisa Feller brachte Leichtigkeit hinein. Schlagfertig und unterhaltsam kamen ihre Antworten. Sie plauderte über ihre Arbeit und ihren Stress auf ihrem Weg von einem Auftritt zum nächsten, einem Parcours durch die Fernseh-Studios. Wenn es um das Thema Karneval ginge, dann schlüge ihr Herz eher als Rheinländerin. Aber wenn sich in Sachen Gleichberechtigung in Münster noch etwas tun würde, „stehe ich als Karnevalsprinzessin bereit“, bekannte sie und hatte die Lacher auch ihrer Seite. Ernsthafter wurde es beim Thema Theater. Die Intendantin des WBT, Tanja Weidner und Konrad Haller vom Kleinen Bühnenboden sprachen über Kunst in Krisenzeiten. „Das, was bei uns auf der Bühne passiert, erlebt man unmittelbar“, sagte Haller. Ohne Ablenkung, ohne Pause. Das Smartphone bleibt in der Tasche. Weidner ergänzte: Theater sei immer Teil gesellschaftlicher Debatten, denn das Theater könne schnell auf Themen reagieren. Schade, dass in dem Gespräch die Chance verpasst wurde, auch über die immer schwierigere Finanzierung lokaler Kultur, zumal der alternativen Szene zu reden. Die Zuschüsse von Stadt und Land werden teils radikal verringert, was durchaus existenz-bedrohend ist. Zum Schluss öffnete sich der Blick noch einmal in eine ganz andere Richtung. Auch ein spannender Impuls. Ann Judith Lienemann stellte die „Wilde Rauke“ vor, ein solidarisches Landwirtschaftsprojekt am Rande von Münster. Zahlen sind zweitrangig, was zählt ist das Vertrauen. Hier hat sich ein Verein von Leuten gegründet, deren Mitglieder regionales Gemüse auf dem Teller haben wollen. Der Verein finanziert drei Gemüsegärtnerinnen, die motwendigen Samen, die Jungpflanzen und die Pacht. Ein Modell, das Verantwortung neu denkt und damit erstaunlich gut zu RUMS passt. Die RUMS-Revue will kein klassischer Talk sein, eher ein offenes Format, ganz nah dran an den Themen, nah an den Menschen. Der Auftakt zeigt: Das kann funktionieren. Sicher kann man sich noch viele Erweiterungen, Ergänzungen und mehr kritische Themen denken, wenn Neugier auf Recherche trifft und wenn Journalismus den Mut hat, sich selbst zu zeigen. Wir sind gespannt auf die Fortsetzung. [Westfalium]
 

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