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Heinrich von Kleist
1 | DIE SCHROFFENSTEINS EINE FAMILIENSCHLACHT
Семейство Шроффенштейн
Schauspiel. Bilinguale Uraufführung. Russische Übersetzung von Tatiana Troitckaja.
Koproduktion mit dem Drama-Theater Rjasan / Russland. Deutsch / Russisch mit Übertiteln.
Premiere | Samstag, 9. September 2017
Premiere in Rjasan | Montag, 20. November 2017 (anlässlich des 2. Internationalen Theaterfestivals)
Vorstellungsdauer | 2 1/4h | Eine Pause

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Fotos: © Klaus Lefebvre

Zwei Häuser – eine Familie: Die Schroffensteins unterteilen sich in die Häuser Warwand und Rossitz. Sie verbindet ein uralter Erbvertrag: Stirbt der eine Zweig aus, erhält der andere den gesamten Besitz desselben. Das schürt seit Anbeginn Misstrauen. Als ein Junge ertrinkt, brodelt es gewaltig in der Gerüchteküche. Der Mordverdacht ist schnell ausgesprochen. Blinde Rachsucht sorgt für Hass und verstellt den Blick auf die Realität. Ein Miteinanderreden ist unmöglich geworden, denn ein Missverständnis jagt das andere und die Dynamik der Kriegsrhetorik entfesselt eine Spirale der Gewalt. Inmitten dieser in Feindschaft zerrissenen Welt sucht ein junges Paar zaghaft sein Glück. Und sucht für diesen Zauber der Liebe Zuflucht in einer Höhle – doch die Jagd auf sie ist längst eröffnet.

Eine sprachgewaltige, politische Tragödie der Missverständnisse zwischen zwei verfeindeten Familien, die den gleichen Ursprung haben – ein "Spaß zum Totlachen".

Heinrich von Kleist war Mitte Zwanzig, als sein erstes Stück Die Familie Schroffenstein 1803 anonym veröffentlicht wurde. 1804 folgte die Uraufführung in Graz. DIE SCHROFFENSTEINS – EINE FAMILIENSCHLACHT ist eine Koproduktion mit dem renommierten Drama Theater Rjasan, Münsters russischer Partnerstadt. Jeweils vier deutsche und russische Mitglieder beider Ensembles werden das Stück in deutscher und russischer Sprache zur bilingualen Uraufführung bringen.

Inszenierung  | Tanja Weidner
Bühne & Kostüme | Olga Lageda
Musik&Sounds | Manfred Sasse
Lightdesign | Andrej Koslov

Mitwirkende | Florian Bender | Andrei Blazhelin | Arsenij Kudrja | Marina Myasnikowa | Jannike Schubert | Aleksandr Zaitcev | Meinhard Zanger | Alice Zikeli


Wir danken der Sonderförderung durch die Deutsche Bank, die Sparkasse Münsterland Ost sowie dem Freundeskreis von Dr. Helmut Clauß.


PRESSESTIMMEN

Das Borchert-Theater hat sich für die Inszenierung von Heinrich von Kleists "Schroffensteins" auf ein interessantes Experiment eingelassen und das Stück zusammen mit Schauspielern des Drama-Theaters Rjasan auf die Bühne gebracht. Für ein zweisprachiges Publikum ist das ein Fest. Für alle anderen stellt es eine gewisse Herausforderung dar. [...]

Tanja Weidners Inszenierung bewegt sich ästhetisch irgendwo zwischen Robert Wilson und Commedia dell'arte. Die Darsteller agieren in aufwendig gestalteten Fantasiekostümen (Olga Lageda)..., so dass es ein Genuss ist, ihnen zuzuschauen. [...]

Das Ensemble zeigt sich bestens in Form. Es wird grandios aneinander vorbeigeredet, um die Verwirrung am Laufen zu halten. Arsenij Kudrja ist als Ottokar ein ebenso charmanter wie geschmeidiger Liebhaber, während sich Alice Zikeli als Agnes mädchenhaft hinter ihrem Rocksaum versteckt und dabei ihr Höschen sehen lässt. Auch versteht sie es, bei Bedarf formschön in Ohnmacht zu fallen.
Dem steht das restliche Personal nicht nach. Meinhard Zanger stattet seine Rolle als Agnes' Vater mit dezent karikaturistischen Zügen aus, während sich Jannike Schubert als seine Gemahlin geschmeidig wie eine Raubkatze über die Bühne bewegt. Marina Myasnikowa ist als Ottokars Mutter die große Sanftmütige und bildet damit einen wirkungsvollen Gegensatz zu ihrem Gatten, dem Aleksandr Zaitcev die Aura eines alternden Dämonen verleiht.
Große Wandlungsfähigkeit legen Andrej Blazhilin und Florian Bender an den Tag, die in gleich einem ganzen Bündel unterschiedlicher Rollen glänzen." 
Westfälische Nachrichten

Miteinander reden wäre so wichtig. Aber Rupert von Schroffenstein (Alexandr Zaitcev) knurrt nur wie ein Wolf vor sich hin. Und sein Kontrahent Sylvester von Schroffenstein (Meinhard Zanger) macht mal wieder die Merkel-Raute und starrt Löcher in die Luft. So nimmt das Missverständnis ... seien unguten Lauf. [...]

Dieses Nicht-Verstehen-Können oder -Wollen wird am Borchert noch dadurch verstärkt, dass "Die Schroffensteins" als Koproduktion mit dem Drama-Theater Rjasan zweisprachig (mit Obertiteln versehen) auf die Bühne kommen. Auf diese Art ist der Kommunikation sozusagen ein weiteres Hindernis mit auf den Weg gegeben. [...]
Wenn Alexandr Zaitcev mit tiefer Stimme... auf russisch grollt und das Ganze mit einem Hall unterlegt wird, ist das Grauen perfekt.
Eine sehr überzeichnete Theatralik, die dem Autoren Heinrich von Kleist bewusst war und die Regisseurin Tanja Weidner übernimmt. ...
Die Glocke