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Daniel Glattauer
13 | DIE WUNDERÜBUNG
Komödie.
Wiederaufnahme | Donnerstag, 22. September 2016 | 20 Uhr
Vorstellungsdauer | 2 Std. 5 Min. | Eine Pause


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Fotos © Klaus Lefebvre

Joanas und Valentins Ehe hat ihren absoluten Tiefpunkt erreicht: Die temperamentvolle Historikerin lässt ihren Mann kaum noch zu Wort kommen, wofür sich der verschlossene Luftfahrt-Ingenieur mit Gefühlskälte rächt. Von der Verliebtheit aus der Kennenlernphase ist nicht mehr viel übrig geblieben. Die Kommunikation der beiden besteht nur noch aus Streitigkeiten.

Die letzte Rettung: Eine Paartherapie. Doch die Versuche des Paartherapeuten, zwischen dem streitsüchtigen Paar zu vermitteln, sind nicht gerade von Erfolg gekrönt. Joana weiß immer schon vorher, was ihr Ehemann sagen will und Valentin sieht keinen Grund für Veränderung. Doch nicht nur das Paar hat Probleme – auch der Therapeut scheint in Schwierigkeiten zu stecken.

Ein ebenso gefühlvolles wie bissiges Porträt eines Paares mit pointierten Dialogen und überraschenden Wendungen.

Dass er spannende Geschichten über Männer und Frauen zu erzählen weiß, hat der international erfolgreiche Wiener Autor Daniel Glattauer mit seinen Romanen GUT GEGEN NORDWIND und ALLE SIEBEN WELLEN bewiesen. In seinem ersten Theaterstück erweist er sich als Meister der feinen Zwischentöne im Kanon der Gefühle. Der Autor ist vom Fach: Glattauer hat eine Ausbildung zum psychosozialen Berater absolviert. Seine Beobachtungen aus Gruppen- und Einzelsitzungen sind unverkennbar in das Stück eingeflossen.



Inszenierung | Judith Kuhnert

Ausstattung | Carola Volles

Mitwirkende | Sven Heiß
[Valentin] | Jürgen Lorenzen [Berater] | Hannah Sieh [Joana]



PRESSESTIMMEN

Die Eheleute Lohse sind heillos zerstritten. Zu allem Übel treffen sie auf der Fahrt zum Familienfest auch noch auf ein verwandtes Paar, das sich schier übermenschlicher Harmonie ergeht. Aber Kenner des Loriot-Films „Pappa ante Portas“ wissen: Irgendwann kippt die Situation, und die Lohses gehen als Sieger vom Platz. Therapeut Harald kennt den Loriot-Film ganz gewiss. [...]

Die Eheleute Joana und Valentin machen zwar alle Gesprächsangebote und die kuriosen Therapieübungen des beflissenen Beraters zähneknirschend mit. Aber es dauert immer nur Sekunden, um sie ausbrechen und in die vertrauten Verhaltensmuster zwischen Vorwurf und Zynismus zurückfallen zu lassen. Nicht nur das Paar braucht schließlich eine Pause, sondern auch der Therapeut – und das Theaterpublikum gleich mit.
Bis zu diesem Punkt haben die Zuschauer im Wolfgang Borchert Theater schon eine Menge zu lachen gehabt. Nicht nur, weil Autor Daniel Glattauer, dessen E-Mail-Romane hier so erfolgreich auf die Bühne gebracht wurden, in seiner Komödie wunderbares Dialog-Gift verspritzt. Sondern auch, weil Regisseurin Judith Kuhnert die Figuren ein präzises Beziehungsballett aufführen lässt. [...] Hannah Sieh und Sven Heiß spielen das mit optimalem Timing und fast schon verdächtiger Überzeugungskraft.

Was nach der Pause passiert, haben vor allem Joana und Valentin nicht erwartet. Denn der mit allen Therapie-Wassern gewaschene Berater kommt mit einer Offenbarung in die Sitzung zurück, die ihn unvermittelt selbst zum Hilfebedürftigen machen lässt. Während der Rollentausch zwischen Mann und Frau vorher zum normalen Therapieprogramm gehörte, findet jetzt ein Rollentausch ganz anderer Art statt . . .

Jürgen Lorenzen gibt dem scheinbar ratlosen Berater jenen artifiziell-singenden Tonfall mit, den er so unverwechselbar kultiviert hat und dessen Theatralik hier zum Rollenporträt gehört. Da fügt es sich, dass sich die Bühne von Carola Volles mit ihren wuchtig-floralen Holzmöbeln durch allerlei Grünzeug zu einem wahren Beziehungsdschungel mausert. [...]
[Westfälische Nachrichten, 27.02.16]

[...] Das Schauspiel der Akteure „Die Wunderübung“ lässt [...] keine Wünsche offen. Nicht Sven Heiß als Valentin, der sich in der Therapie sichtlich unwohl fühlt, ständig die schwitzenden Hände an der Hose abwischt und auch mal herrlich bis zur Heiserkeit ausrastet. Nicht Jürgen Lorenzen, der Berater in Strickjacke, der sich redlich bemüht, dem das Herumkramen in anderer Leute Seelen aber immer mehr auf die Nerven geht.

Gestik und Mimik der Schauspieler sind so stimmig, dass das Publikum immer wieder in Gelächter ausbricht.

Eine Komödie, die nur gelingen kann, wie Judith Kuhnert sie inszeniert: überzogen, mit Klischees und kleinen Gags gespickt. Witzig, wie Valentin hochkonzentriert an der Faust seiner Frau herumdoktert, die er als Herz, das es zu öffnen gilt, behandeln soll. Auch Hannah Sieh wird ihrer Rolle als unzufriedene, streitlustige Ehefrau gerecht. Während sie Aufmerksamkeit vom Ehemann einfordert, will ihr doch partout sein Beruf nicht einfallen.

Eine augenzwinkernde Kritik am ehelichen Kleinkrieg und den klassischen Methoden der Psychotherapie. [...]
[Die Glocke, 27.02.16]