1

Éric-Emmanuel Schmitt

KLEINE EHEVERBRECHEN
Schwarze Komödie. 

Gilles ist Opfer eines mysteriösen Unfalls. Erinnerungslos, sich selbst fremd, kommt er an der Seite von Lisa – seiner Frau seit 15 Jahren – wieder zu sich. Wer ist er? Wer ist Lisa? Wie lebten sie als Paar? Anhand ihrer Erzählungen versucht er seine Existenz neu zu bilden. Was aber, wenn Lisa lügt? Ist er wirklich der, den sie beschreibt? Ist sie bloß seine Frau? Eine unbeschreibliche Spannung entwickelt sich – das Paar auf der Suche nach seiner Wahrheit . . . – eine schwarze Komödie voller Überraschungen, bei der sich Süßholzraspeln und totaler Krieg ständig abwechseln.

Das Stück des französischen Erfolgs-Dramatikers Éric-Emmanuel Schmitt wurde am 12. September 2003 im Pariser THEATRE EDOUARD VII mit Charlotte Rampling uraufgeführt. Bereits vor der Premiere waren alle 100 geplanten Vorstellungen ausverkauft.

Éric-Emmanuel Schmitt, 1960 in St. Foy Les Lyons geboren, studierte Musik in Lyons und Philosophie in Paris. Er gilt als einer der talentiertesten neuen französischen Theaterautoren.

Am WOLFGANG BORCHERT THEATER inszenierte WBT-Chef Meinhard Zanger die Schmitt-Komödie DER FREIGEIST und das Passionsspiel MEINE EVANGELIEN. Mit dem Ehekrimi wird eine weitere Farbe des französischen Autoren präsentiert.

Erstmals gastiert der in Berlin lebende Theater-, Film- und Fernseh-Schauspieler Dietrich Adam am WBT.





Inszenierung | Meinhard Zanger
Ausstattung | Petra Buchholz

Mitwirkende | Dietrich Adam [Gilles] | Monika Hess-Zanger [Lisa] |

Premiere A | Donnerstag, 4. Oktober 2007
Premiere B | Samstag, 6. Oktober 2007
Beginn 20 Uhr
WBT_SAAL



weitere Fotos >



PREMIERENSTIMMEN

„Brillantes Stück – wahrhaftig dargestellt! Danke!“

„Großartig!“

„Amüsant, realistisch tragisch und hoffnungsvoll, sehr überzeugend gespielt.“

„Ein wunderschönes, wahres Stück!“

„Ein lehrreicher Abend!“

Die Zuschauernamen sind dem WBT bekannt, 4. und 6.10.07

PRESSESTIMMEN

Im grellen Bühnenlicht verlangt der Stoff den beiden Schauspielern rund ums knallrote Ledersofa einiges ab. Dabei sind sich Monika Hess-Zanger und Dietrich Adam in Körpersprache und verbalem Schlagabtausch durchaus ebenbürtig. Glaubwürdig liefern sie ein Wechselbad aus mal zärtlicher, mal besitzergreifender Liebe. Mag dieser fast zweistündige Geschlechterkampf inzwischen auch etwas überholt wirken, so ist die scharfzüngig ausgetragene Entschlüsselung der rätselhaften Ereignisse doch spannend aufgebaut und Hess-Zanger und Adam fabelhaft besetzt.

Ultimo am 17.12. bzw. 26/07



Beide Protagonisten treiben ein subtiles Spiel miteinander und der Autor tut dasselbe mit dem Publikum. Das Stück besteht also zum größten Teil aus brillanten Dialogen . . . Meinhard Zanger hat eine besondere Beziehung zu Eric-Emmanuel Schmitt . . . Eine ausgesuchte und ausgefeilte Wortregie beherrscht die Szene . . . Seine zwei Protagonisten sind gestandene Kaliber an Schauspielern. Da werden die Töne abgenommen, die Bälle zugespielt. Da wechseln Intensität, Aggressivität mit der Rücknahme und der Stille. Da wird Mut zur Pause genauso ausgespielt, wie die große Emotion. Aber alles gut dosiert . . . Darauf hinzuweisen, dass der Abend für alle an der Produktion Beteiligten zu einem vom Publikum umjubelten Erfolg wurde, muss nach diesem Text kaum noch besonders betont werden.

theater pur, Nr. 11/07


Das Stück KLEINE EHEVERBRECHEN ist mitten aus dem Leben gegriffen. Die Schauspieler verliehen ihren Personen dabei so viel Leben, dass es spannend bleibt als heimlicher Beobachter in ein fremdes Wohnzimmer zu blicken . . . Gekonnt durchkämpfen Dietrich Adam und Monika Hess-Zanger als Gilles und Lisa eine Krisennacht voller emotionaler Ausbrüche für ein Ziel: die Liebe.“

Radio Q,  9.10.07


Die Schauspielerin Monika Hess-Zanger und ihr Kollege Dietrich Adam [bekannt aus dem Fernsehen und erstmals Gast am Borchert-Theater] brillieren auf der Bühne. Sie reißen die Zuschauer mit hinab in einen Strudel aus Gefühlen: Leidenschaft, Scham, Trauer, Resigniertheit und Hoffnung wechseln sich rasant ab. Man kann von der intensiven Auseinandersetzung nicht genug bekommen . . . Die Beleuchtung des zurückhaltenden Interieurs ist nicht nur gekonnt, sondern offensichtlich mit viel Freude ausgeklügelt . . . Nichts lenkt von den beiden Schauspielern ab, denen Regisseur Meinhard Zanger ihr ganzes Können abverlangt . . . Der Beifallssturm am Donnerstag lässt weiterhin auf einen gut gefüllten Theatersaal hoffen.

Die Glocke, 6.10.07



In Meinhard Zangers souveräner Inszenierung wird bis zur Pause angedeutet, dass beide einander etwas verheimlichen. Danach aber lässt der wunderbar schelmische Dietrich Adam eine ungeahnte Entwicklung des netten Kerls erkennen, während die scheinbaren Triumphe seiner Frau ins Zwielicht geraten: Monika Hess-Zanger lässt die Statue, die sie als Lisa aufgebaut hat, auch gestisch bröckeln . . . Éric-Emmanuel Schmitt, so scheint es, mochte in seinem Ehe-Dialog keine geistreiche Bemerkung und keinen hübsch formulierten Aphorismus auslassen. Viele davon sind allerdings so treffsicher, dass auch Ehepartner, die die 15 Jahre längst hinter sich haben, sie vergnügt mit auf den Heimweg nehmen.

Westfälische Nachrichten, 6.10.07



Monika Hess-Zanger als Lisa schlug jenen existenziellen Grundton an, der zwischen begierig und bescheiden zugleich das Leben sucht. So war sie der perfekte Gegenpol zu Dietrich Adams zwielichtig-distinguiertem Gilles, der an allen Fragen perfekter Lebensführung Fassadenkletterei betreibt. Wenn in lodernden Vorwürfen Zorn und Verzweiflung überschäumten, glitt Hess-Zanger wie eine lebendige Giftphiole durchs teilnahmslose Mobiliar – bereit zum Untergang. Die Dynamik des darstellerischen Kontrasts ließ das Ehe-Roulette rotieren wie einen Propeller. Gemeinsam hoben die Figuren  Lisa und Gilles ab in die bessere Zukunft eines illusionslosen, aber dennoch liebevollen Liebesanfangs. Ovationen für fabelhafte Darstellerleistungen!

Münstersche Zeitung, 6.10.07