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Das Philosophische Café

Philo-Cafe web

Prof. Dr. Christa Runtenberg,  ehemals von der Westfälischen Wilhelms-Universität, jetzt an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, und WBT-Intendant Meinhard Zanger laden Sie zum gemeinsamen Philosophieren ein. Im PHILOSOPHISCHEN CAFÉ wird an fünf Sonntagen in der Spielzeit in gemütlicher Atmosphäre eine anspruchsvolle Form populärwissenschaftlichen, angewandten Philosophierens stattfinden und gelebt. Philosophische Fragen und Probleme, die relevant sind in der alltäglichen Lebenswelt werden durchdacht, diskutiert, reflektiert. Auch existentielle Themen und Fragen werden erörtert und aufgegriffen. DAS PHILOSOPHISCHE CAFÉ versteht sich als ein Ort, an dem das Selbstdenken der Philosophierenden im Mittelpunkt steht. Philosophische Perspektiven, Deutungsangebote, Bilder, Selbstverständnisse in Bezug auf bestimmte Fragen und Probleme werden aufgedeckt und reflektiert.

DAS PHILOSOPHISCHE CAFÉ ist ein Ort, an dem auch verschiedene Formen, Weisen, Techniken und Medien des Philosophierens zum Einsatz kommen wie Textdiskussionen, eigenes Schreiben, die Debatte und Argumentation, Vorträge mit Diskussion, philosophieren im "open space" und vieles mehr. Verschiedene Referenten und Referentinnen, Experten und Expertinnen werden die jeweiligen Termine gestalten.

Der Eintritt ist frei
. Ab der neuen Spielzeit 20/21 müssen wir aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen jedoch die Platzanzahl beschränken. Einlasskarten können online zur Servicegebühr (1,-) erworben werden.

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Spielzeit 2020 | 21

Sonntag, 4. Oktober 2020
ICH ALS JEMAND ANDERES?  DAS ICH ZWISCHEN KONSTANZ, KONTINUITÄT UND KONSTRUKTION
mit Kerstin Gregor und Prof. Christa Runtenberg.

In Kleists „Die Marquise von O....“ wandelt sich die Titelfigur von einer völlig abhängigen, untergeordneten Frau zu einer zwischenzeitlich selbstständigen und durchaus emanzipierten Person. Was bringt uns hier eigentlich auf die Idee, dass sie am Schluss immer noch dieselbe ist? Oder, anders gefragt: Was hat mein heutiges Ich überhaupt mit der Person zu tun, die ‚ich‘ vor 10, 20, 30 Jahren war? An diesem Sonntag hinterfragen wir den vermeintlich selbstverständlichen Glauben an die eigene (personale) Identität mittels beispielhafter Szenarien und reflektieren mögliche Folgen für das menschliche Zusammenleben.

Sonntag, 6. Dezember 2020
ESSEN UND DIE KUNST ZU LEBEN
mit Prof. Christa Runtenberg.

Gibt es ein Menschenrecht auf Genuss? Was spricht für die Humanität eines guten Mahls in guter Gesellschaft? Mit Blick auf die Ethik Epikurs und die Anthropologie Kants soll der Frage nachgegangen werden, ob sich auf Basis zweier Stränge der Philosophie, der Ethik und der Anthropologie, begründen lässt, dass alle Menschen genug und Gesundes zu essen haben und inwiefern eine gemeinsame Mahlzeit die Humanität des Menschen fördert. Diesen Fragen soll vor Weihnachten durchaus ernsthaft, aber auch augenzwinkernd nachgegangen werden.


Sonntag, 7. Februar 2021
DIE PHILOSOPHIE DER STOA ALS PHILOSOPHIE DES TÄGLICHEN LEBENS
mit Felix Oepping und Prof. Christa Runtenberg.

Was hatten ein befreiter und vertriebener Sklave, ein römischer Kaiser und der reichste Geschäftsmann seiner Zeit gemeinsam? Epiktet, Mark Aurel und Seneca gehörten alle der philosophischen Schule der Stoa an, waren sogenannte Stoiker. Ob wir diese antike Philosophie des täglichen Lebens auch heute noch nutzen können, um unser Leben zu gestalten, dem möchten wir durch gemeinsames Philosophieren nachgehen.

Sonntag 11. April 2021
ANDERS DENKEN
mit Susanne Möbuß und Prof. Christa Runtenberg.

Wenn Philosophie den Menschen nicht mehr erreicht, muß sie ihre Instrumente überprüfen. Diese klare Forderung erhoben immer wieder engagierte Denker, die heute mit dem Begriff der "Existenzphilosophen" bezeichnet werden. Was in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt, trifft in unseren Tagen umso deutlicher zu. Aber können wir überhaupt 'anders denken'? Nachdenkend und weiterdenkend wollen wir diese Frage diskutieren."

Sonntag, 6. Juni 2021
DES KAISERS NEUE KLEIDER. MUSIK ZWISCHEN SINNSTIFTENDEM UND OBJEKTIVIERTEM AUSDRUCK
mit Karin Kleine Jäger und Prof. Christa Runtenberg. 

Die Phänomenologie differenziert zwischen einem menschlichen Ausdruck, der entweder seinen Sinn unmittelbar erschafft oder aber in einer eindeutigen Beziehung zu seiner Bedeutung aufgefasst wird. Dabei verwendet Merleau-Ponty den Begriff des „Ausdrucks“ sowohl für sprachliche als auch für künstlerische Phänomene und untersucht, warum wir heute meist auf fest umrissene Bedeutungen zurückgreifen. Als wesentliche Ursache benennt er unsere objektivierende Einstellung zum eigenen Körper, durch die wir auch beim Hören und Musizieren „ernster“ Musik die leibliche musikalische Erfahrung ausblenden. Stattdessen betonen wir geistige und literarische Aspekte. Auf diese Weise aber erreicht Musik uns allenfalls noch auf intellektueller Ebene – bis der ersehnte Schlussapplaus erklingt.
 
Christoph Gilsbach